Städel Museum: „Rubens – Kraft der Verwandlung“

Bild des Ausstellungs-Hinweis am Städel Museum

Nachdem der letzte Ausstellungsbesuch mit Basquiat im Zeichen der modernen Kunst stand, wurde es diesmal richtig klassisch – „Rubens – Kraft der Verwandlung“ stand auf dem Programm.

In dieser Ausstellung präsentiert das Städel Museum nicht einfach eine Werkschau des großen Barock-Malers sondern versucht aufzuzeigen, wie Peter Paul Rubens mit seinen Werken in den Dialog mit anderen Meisterwerken aus seiner Zeit und der Kunstgeschichte getreten ist. Hierzu werden neben seinen Werken auch die Gemälde, Stiche und Skulpturen gezeigt, aus denen sich Rubens die Inspirationen für seine Bilder geholt hat.

„Rubens, das ist doch der mit den üppigen, nackten Frauen…“ (Osch’s Mutter im März 2018)

Die Reaktion meiner Mutter, als ich ihr erzählte, dass ich in eine Rubens-Ausstellung gehe, ist eigentlich genau das, was auch ich dachte – irgendwie beschränkt man Rubens erst einmal auf diese Bilder.

Aber schon das Plakat zur Ausstellung, das ihr hier auch als Beitragsbild sehen könnt, zeigt, dass Rubens sehr wohl ein deutlich vielschichtigeres Œuvre aufzuweisen hat. Gleich zu Beginn der Ausstellung steht sein Bild von Pontius Pilatus, der dem Volk den gefangenen Jesus präsentiert, im Zentrum. An diesem Bild merkt man auch schon, was die Ausstellung zeigen will – neben dem Bild steht eine Kopie einer antiken Skulptur, die einen Centauren beherrscht von Cupido zeigt. Daneben findet man eine Zeichnung von Rubens, mit einer Studie der Skulptur.

Der Dialog zwischen Inspirationsquelle und Rubens Werk

Ich mag diese Dialoge, die in der Ausstellung zwischen den inspirierenden Werken und den Arbeiten von Rubens aufgebaut werden. Neben Rubens werden auch Gemälde und Grafiken von Tizian, Tintoretto, Glotzius,  Elsheimer und weiteren Künstlern präsentiert.

Rubens selbst ist nicht nur mit Gemälden vertreten, es werden auch Skizzen präsentiert oder von ihm retouchierte Drucke.

Die Orientierung an zeitgenössischen Vorbildern oder der Antike galt in der damaligen Zeit nicht als „copy & paste“-Nachahmung, vielmehr sah man in dem „Zitieren“ und in der Umgestaltung einen Ausdruck der Scharfsinnigkeit und Kreativität des Künstlers.

Ebenfalls für mich neu war die arbeitsteilige Arbeitweise, die Rubens bei einigen Werken an den Tag legte – er selbst malte die menschlichen Protagonisten, überließ aber das Malen der Landschaft oder der Tiere anderen Malern.

Mit der Städel App den Audioguide zur Ausstellung genießen

Ich bin ein ausgesprochener Freund von Audioguides, die mich durch eine Ausstellung führen und mir etwas über die Werke erzählen. Das Städel Museum bietet dieses Feature bei den meisten Sonderausstellungen an – hierzu kann man entweder vor Ort sich entsprechendes Gerät leihen (4€ für einen Audioguide, wenn man gemeinsam unterwegs ist, bekommt man 2 Geräte für 7€). Neuerdings ist es auch möglich, sich den Audioguide über die Städel App direkt auf das Smartphone zu holen (0,99€ kostet diese Variante) und dann mit den eigenen Kopfhörern den Erläuterungen lauschen.

Die Städel App bietet aber auch weitere kostenlose Angebote zur „normalen“ Sammlung des Museum – ein integrierter Bildscanner erkennt die Werke sekundenschnell, es werden Text-, Audio- und Videomaterial zu über 100 Sammlungshighlights angeboten. Da wird dem Museumsbesucher ein toller Service geliefert – vorbildlich!

Digitorial – vor und nach der Ausstellung sich mit Rubens auseinandersetzen

Heutzutage geben sich immer mehr Museen auch außerhalb der eigenen Ausstellungsräume viel Mühe, einem die Inhalte der Ausstellung nahe zu bringen und schon vor dem Besuch (oder im Nachgang zur Ausstellung) viele Informationen und Impressionen zu liefern.

Diese Angebote werden häufig „Digitorial“ genannt. Auch das Städel bedient sich dieses Begriffs und hat hier ein sehr gutes Angebot zur Rubens-Ausstellung zusammengestellt: „Rubens im Städel Museum“.

Das hier verlinkte Digitorial ist sehr umfangreich und bildet wunderbar die Ausstellung ab – ich kann das Ansehen und die Lektüre nur wärmstens empfehlen.

Mein Fazit

Wer bis zum 21.05.2018 in Frankfurt ist und die alten Meister mag, sollte unbedingt den Weg in das Städel Museum suchen und sich die Ausstellung live vor Ort anschauen – allen anderen empfehle ich das Digitorial, dass die Ausstellung – auch technisch gut umgesetzt – schön nachbildet.

In eigener Sache: „Kultur Genuss“-Gruppe lädt ein

Lust bekommen, mich bei einem der nächsten Ausstellungsbesuchen zu begleiten? Dann empfiehlt sich ein Blick in den Beitrag zu meiner Facebook-Gruppe „Kultur-Genuss“.

2Shares

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.