Ein Stein kam ins Rollen… oder ich?

Wir haben jetzt August 2012 und meine Gedanken wandern noch einmal fast zwei Jahre zurück in die Vergangenheit zum Jahreswechsel 2010/2011, denn da liegt irgendwo der Anstoß für das, was ich nun endlich nach und nach umsetze.

Irgendwann um den Jahreswechsel hatte ich vor dem Umzug nach Frankfurt mich in Berlin auf die Waage gestellt – die angezeigten 108kg passten zu dem nicht gerade tollen Körpergefühl, das ich hatte. Rank und schlank war ich nie gewesen und an ein gewisses Übergewicht gewöhnt und hatte mich damit abgefunden. Immerhin lag ich da noch deutlich unter den 120kg, die ich mit 18 oder 19 Jahren zum Ende der Schulzeit auf die Waage brachte. In den letzen Jahren schwankte ich immer im Bereich zwischen 95 und 110kg hin und her und ab dem beginnenden dreistelligen Bereich fing ich an, mich dabei nicht mehr so richtig wohl zu fühlen in meiner Haut.

Zu dem damaligen Zeitpunkt hatte ich den Kopf allerdings auch mit anderen Dingen voll. Es stand die berufliche und geographische Veränderung mit dem Weggang aus Berlin und Frankfurt an – raus aus einer Anstellung, in der ich mich bewiesen hatte und Anerkennung genoß und hinein in ein neues Team als einer von vielen, wo es quasi nicht nur inhaltlich und technisch von vorne losging. „Würde ich es packen, mich auch da innerhalb einer kurzen Zeit zu beweisen?“ Das war zu dem Zeitpunkt die entscheidende Frage in meinem Kopf. Dazu kam, dass ich auch knapp zwei Jahre nach dem Scheitern meiner letzten Beziehung noch immer über das Thema nicht hinweg war und das Selbstbewußtsein noch immer ganz schön zerknittert war.

Wie mein Weg nach Frankfurt begann, habe ich an anderer Stelle in der Kategorie „Projekt Frankfurt“ ja in groben Teilen schon erzählt. Nun stand ich also Ende Dezember 2010 in Berlin auf der Waage, las diese zu hohe dreistellige Zahl und seufzte. Das war es dann zu dem Zeitpunkte aber – gab ja schließlich wichtigeres zu meistern. Also runter von dem Teil, auf dem Hängeboden den alten Karton des gehaßten Geräts gesucht und den „Feind“ für den Umzug schon mal verpackt! Problem aus den Augen und somit aus dem Sinn… (jeder Hausarzt würde dabei die Hände über dem Kopf zusammenschlagen – und mein Körper und meine Gesundheit mir irgendwann dann die Quittung ausstellen).

Paar Tage später war dann Anfang Januar 2011 in Frankfurt das Auspacken der ganzen Umzugskartons dran. Da das Badezimmer so der einzige Raum war, wo ich nicht auf weitere Möbel wartete, waren die Kisten für das Bad so ziemlich die ersten, die ich dann auch auspackte, um die vielen Kartontürme mal zu dezimieren. Da musste dann auch die ungeliebte Waage ausgepackt werden. Auspacken, testen ob die den Umzug überlebt hat: Okay, zeigt noch ungefähr dasselbe wie in Berlin an…

Die ersten Wochen in Frankfurt war natürlich Stress pur. Früh aufstehen, noch eine Stunde irgendwas in der Wohnung machen, ab in die Arbeit und abends ging es dann zu Hause weiter, denn die über 200 Kartons sollten hier ja auch nicht monatelang herumstehen!

Irgendwann Mitte Januar schaute ich im Bad in die Ecke und sah die Waage – hmm, hat sich durch den wenigen Schlaf und das Herumwirbeln mit schweren Kartons, Bücherstapeln was verändert? Immerhin merkte ich ja jeden Morgen beim Aufstehen, dass der Vortag anstrengend war. Heute erinnere ich mich nicht mehr genau, was sie mir an diesem Tag angezeigt hat, es war auf jeden Fall noch dreistellig, aber es waren doch ein paar Kilogramm weniger – wow, da geht ja was!

In den folgenden Tagen und Wochen schaute ich dann öfter bei dem ungeliebten Haushaltsgerät vorbei und die angezeigte Zahl schrumpfte recht kontinuierlich – so wie es auch die Anzahl der Umzugskartons tat.

(Fortsetzung folgt)

0Shares

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.