Schrecksekunde – Was tun, wenn ein Firmware-Update fehlschlägt…

Seit Mitte Januar bin ich nun stolzer Besitzer einer Fritz!Box 7390 aus dem Hause AVM. Eins gleich vorweg – ich habe die Kaufentscheidung nie bereut und bin mit dem Gerät sehr zufrieden.

Auspacken, Installation, Betrieb – alles ging gut und geradezu intuitiv von der Hand. Selbst mein Wechsel von Vodafon Arcor zur Deutschen Telekom ging problemlos. Die „angeschlossenen“ drei Mobilteile gingen reibungslos weiter und das Hinterlegen der neuen DSL-Zugangsdaten war eine Angelegenheit von wenigen Sekunden.

Am Sonntag folgte dann nun die erste Schrecksekunde: Nach fünf Monaten fiel mir auf, dass ich seit der Installation nicht mehr nach Updates für die Firmware gesucht hatte. Da AVM bei mir den Ruf besitzt, ihre Geräte auch nach dem Kauf durch regelmäßiges Optimieren an der Firmware zu pflegen, schaute ich nach, ob es mittlerweile eine neue Version der Firmware gab. Die Fritz!Box meldet auch sofort, dass mittlerweile schon das zweite Update erschienen sei.

Über die Browser-Bedienoberfläche ist ein leichtes, so ein Update durchzuführen, dazu benötigt man nur wenig Mausklicks und die Box lädt das Update selbständig aus dem Internet und startet den Updateprozess. Die Rückmeldung des erfolgreichen Downloads kam auch zügig. Laut Interface sollte der Austausch der Firmware einige Minuten in Anspruch nehmen und die Box dann alleine neu starten.

Ich nutzte die Zeit für ein paar Erledigungen im Haushalt und schaute erst nach einer guten Viertelstunde, ob sich die Fritz!Box neu gestartet hat und die Internetverbindung wieder stand. Der PC und das offene Skype sagten mir sofort, dass ich offline war. Also wanderte ich runter zur Box und schaute drauf – die sonst grünen Lämpchen waren aus und die Info-Lampe blinkte rot – kein gutes Zeichen! Ich hab dann noch eine Viertelstunde gewartet, ob sich was ändert – Fehlanzeige…

Da die Boxen keinen Ein-/Aus-Schalter oder Reset-Knopf haben, mit dem man sie manuell zu einem Neu-Start bringen könnte, blieb mir nur noch das ziehen des Netzsteckers…

Ich glaube, ihr ahnt, dass auch danach die Box nicht sauber startete – rot blinkende Info-Lampe: Es war klar, beim Überschreiben der Firmware ist irgendetwas schiefgegangen und die Fritz!Box verfügte über kein funktionsfähiges Betriebssystem mehr! Ich liebe solche Schrecken, wenn sie Sonntags nach 22 Uhr auftreten und ich an dem Tag schon 400km Autobahn und stundenlanges Schuften im Haushalt hinter mir habe…

Was habe ich also getan:

  • Keine Fritz!Box = kein Internetzugang für die PCs mehr… blieb noch das iPhone für eine Rechersche im Internet!
  • Erste Google-Suche nach dem Thema „Fritz!Box reseten“.
  • Die Ergebnisse sind durchaus spannend, wenn man sich beim konfigurieren aus der Box ausgesperrt hat, den auch dann kann man sich nach paar Umstellung bei den TCP/IP-Einstellungen am Rechner via LAN-Kabel auf die Box schalten. Da aber die Software der Box beschädigt war, half das erwartungsgemäß auch nicht.
  • Zweite und intelligentere Google-Suche: „Fritz!Box Firmwareupdate fehlgeschlagen“.
  • Hier stieß ich auf den Hinweis, dass es von AVM ein sogenanntes Recovery-Tool gibt.
  • Es gibt ein Tool… also etwas zum herunterladen! Wenn man über das iPhone im Netz ist, kann man zwar sich die notwendigen Informationen besorgen, aber ein sinnvolles Download und Zugriff darauf ist damit nicht verbunden!
  • Gut, dass ich noch aus meiner Pendelzeit den UMTS-Surfstick von Fonic herumfliegen hatte! Also einen Laptop angeschmissen, Stick ran, eingeloggt und auf die AVM-Webside.
  • Unter den normalen Downloads zu den verschiedenen Boxen habe ich allerdings dort kein Download dieses Recovery-Tools gefunden. Auch die seiteninterne Suchfunktion half nicht weiter. So durfte dann wieder Google ran.
  • Über Google bin ich dann auf die Seite von Router-FAQ.de: Fritz!Box: Firmware-Recover
  • Dieser informative verlinkt auf die Downloads des AVM-Servers. Über eine Dropdown-Box kann man vorher sein Fritz!Box-Modell aussuchen und schon geht nach dem Klick auf den Download-Button ein neuer Tab auf.
  • Bei AVM kann man dann noch aussuchen, welche Firmeware-Version (auch die aktuellste war dabei) recovered werden soll. Download für Fritz!Box 7390

Das Recovery-Tool war schnell geladen und via USB-Stick auf den Laptop übertragen, an dem die „tote Box“ schon direkt via LAN-Kabel hing. Die Wiederherstellung der Firmware kann nur über Kabel durchgeführt werden, da die Box in dem „defekten Zustand“ nicht über WLAN erreichbar ist.

AVM warnt natürlich vor, dass bei der Wiederherstellung alle Einstellungen und Konfigurationen der Box überschrieben werden. Das ist aber auch nur logisch, da zur Wiederherstellung natürlich erst einmal der Flashspeicher der Box geleert werden muss und dann die Firmware wieder in den Flashspeicher geschrieben werden muss.

Alle notwendigen Netzwerkkonfiguration auf dem Laptop hat dann das Tool selbst übernommen. Nach einem Laptop-Neustart wurde dann die Wiederherstellung durchgeführt. In wenigen Minuten war die verstümmelte Firmware gelöscht und neu geschrieben worden. Danach stellte das Recovery-Tool wieder die ursprüngliche Netzwerk-Konfiguration des Laptops her und startete ihn.

Ich kann an dieser Stelle AVM für das gut arbeitende Tool und die Benutzerführung nur loben. Wenn man das Tool erst einmal gefunden hat, kann damit auch jeder PC-Laie ohne große Schwierigkeiten seine Box selbst wieder zurück ins Leben holen.

Der Abend endete dann in dem erneuten Einrichten der Box mit Hilfe des Web-Interface: Hinterlegung aller Rufnummern meines Anschluss, Anmelden der drei Mobil-Teil beim DECT der Box, Hinterlegung der DSL-Zugangsdaten, Konfigurieren welche Nummern auf welchem Telefon klingeln soll, Hinterlegen des Weckrufs und Eingabe der wichtigsten Menschen im Telefonbuch…

Fazit: Am Ende mit dem Schrecken davon gekommen! Ich denke, nicht jeder Hersteller macht es seinen Kunden so einfach, seine Geräte auch nach Firmware-Updatefehlern wieder zum Laufen zu bringen. Bei manch einem anderen Gerät wäre wohl nur noch der Weg zum Einschicken beim Kundendienst offen geblieben…

Ein Grund mehr, warum ich die AVM Fritz!Box 7390 gerne weiterempfehle!

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7 Gedanken zu „Schrecksekunde – Was tun, wenn ein Firmware-Update fehlschlägt…“

    1. Nun ja, Anne, es ging mir ja diesmal auch nicht um eine spannende Erzählung aus meinem Leben. 😉
      Ich wollte hier einfach mal berichten, wie man so ein Problem doch ganz gut alleine geregelt bekommt, wenn beim Firmware-Update mal was schief geht. In so einer Situation dürfte der Artikel dann doch recht interessant sein. 😉

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