Das Experiment (2): Eigene Erwartungen und Umsetzung des täglichen Lernens

Im ersten Artikel dieser Serie habe ich letzte Woche beschrieben, welches Experiment ich mir vorgenommen habe: Ich will in den nächsten Wochen und Monaten testen, wie tief man sich mit ausschließlicher Konzentration auf Video-Trainings in ein bereites Themengebiet (konkret: Web-Publishing) einarbeiten kann und welche Ergebnisse man anschließend in diesem Bereich erzielen kann.

Bevor ich nun in das eigentliche Experiment einsteige, gilt es erst einmal, meine Erwartungshaltung zu fixieren, gegen die ich meine Erkenntnisse während des Experiments abgleiche:

Erwartungshaltung vor dem Beginn des Experiments:

Ich erwarte, dass ich durch die Absolvierung der Grundlagen-/Einsteiger-Video-Trainings die grundlegenden Dinge der entsprechenden Technik, des entsprechenden Programms bzw. der Programmiersprache erlerne, um erste kleine Dinge erfolgreich umsetzen zu können. Ich gehe davon aus, dass sich dieses Grundlagenwissen durch Absolvierung der Fortgeschrittenen-Video-Trainings soweit erweitert, dass ich nach dem Abschluss in der Lage bin, auch kompliziertere Dinge selbst umzusetzen.

Zu meiner Erwartungshaltung zählt auch – gerade bei Trainings für Fortgeschrittene -, dass ich danach in der Lage bin, die „richtigen Fragen zu stellen“ um über Google oder Foren zu Lösungen zu kommen.

Ich gehe dagegen nicht davon aus, dass ich alleine durch die Video-Trainings bereits zu einem „Profi“ in den Gebieten werde, der ohne Zugriff auf weitere Quellen wirklich alle erdenklichen Aufgabenstellungen alleine lösen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein ein- bis zwölfstündiges Video-Training in der Lage ist, dieselben Fertigkeiten zu vermitteln, wie es eine umfassende Ausbildung, Mehrtages-Seminare oder mehrere Fachbücher in Kombination können.

Im Bezug auf meinen künftigen Web-Auftritt glaube ich aber dennoch, dass ich nach dem Experiment in der Lage bin, etwas durchaus vorzeigbares aufzubauen und umzusetzen.

Fassen wir die zu überprüfende These noch mal in einer Aussage zusammen:

„Ich gehe davon aus, dass ich nach dem Durcharbeiten der Video-Trainings ein fundiertes Grundlagenwissen erworben und mir bereits erste fortgeschrittene Vorgehensweisen und Tricks angeeignet haben werde. Ich werde danach in der Lage sein, mir selbst die notwendigen weiterführenden Informationen im Netz zu suchen, um speziellere Problemstellungen anzugehen (= nach den richtigen Dingen suchen können) . Meine Ergebnisse werde sicherlich nicht mit professionellen Agenturarbeiten mithalten können, aber umgekehrt auch nicht komplett amateurhaft aussehen.“

Wie bewerkstellige ich es, täglich mindestens 15 Minuten in die Weiterbildung zu investieren?

Es wird sicherlich eine Herausforderung werden, das Ziel von „mindestens 15 Minuten am Tag“ einzuhalten. Ich werde hierfür meine Herangehensweise an die Video-Trainings verändern.

Bisheriges Vorgehen:

Bisher habe ich mir auf der Homepage angeschaut, welche Trainings es gibt und bei den für mich interessanten die Download-Möglichkeit des Premium-Abos genutzt. Parallel habe ich mir in einem OneNote-Notizbuch das Training vermerkt, mir das Inhaltsverzeichnis kopiert und mit Check-Boxen versehen, um festzuhalten, wie weit ich mit dem Durcharbeiten bin.

Durchgearbeitet habe ich die Trainings entweder auf dem heimischen Desktop-Rechner – wenn ich unterwegs weitermachen wollte, habe ich mir das entsprechende Training vom Desktop auf den Laptop geschoben. Über OneNote wusste ich ja immer, wo ich gerade war.

Mein Trainingsverzeichnis in OneNote habe ich zusätzlich dafür genutzt, mir auf separaten Seiten Notizen/Screenshots zu machen, um interessante Erkenntnisse festzuhalten.

Die iPad-App hatte ich mir anfangs zwar angesehen, mich dann aber aus zwei Gründen dagegen entschieden: Zum einen war mein altes iPad2 so langsam in die Jahre gekommen und machte seit iOS 8 nicht mehr wirklich spass und zum anderen musste ich anfangs einen VPN-Tunnel zur Universität aufbauen, wenn ich das Abo nutzen wollte.

Ich habe in der Vergangenheit (außer zum „Reinschnuppern“) immer versucht, erst einmal ein Training komplett abzuschließen, bevor ich ein neues angefangen habe.

Künftiges Vorgehen:

Inzwischen ist kein VPN-Tunnel zur Uni mehr notwendig, da Video2Brain nun das universitäre Premium-Abo direkt meinem Account zugeordnet hat. In diesem Jahr wurde die iOS-App auch zu einer Universal-App umgebaut, die nun auch einen Zugriff über das iPhone erlaubt.

Mit dem iPhone 6+ und dem neuen iPad Air 2 habe ich mittlerweile auch zwei Endgeräte, mit denen das Arbeiten wieder richtig spaß macht. Seit dem fange ich nun verstärkt an, die Trainings über diese beiden Apps zu nutzen.

Damit kann nun auch die eigene „Buchführung“ entfallen, da die Apps im Account vermerken, welche Videos aus welchem Training ich bereits gesehen habe. So kann ich ohne Verwaltungsaufwand auf dem Heimweg etwas auf dem iPhone anfangen, nahtlos mit dem iPad auf dem Sofa weitermachen und wenn ich Dinge dann direkt am Rechner ausprobieren will, greife ich am Desktop/Laptop direkt auf die Abspielmöglichkeiten auf der Website zurück.

Die Apps ermöglichen auch den Download der Videodateien und verursachen somit unterwegs nur noch wenig Datennutzung (um die Videos als gesehen zu kennzeichnen bzw. um zu prüfen, ob ich noch ein bestehendes Abo habe.

Ich nutze die Download-Funktionen auf der Website weiterhin, um die entsprechenden Projektdateien aus den Trainings zum Durcharbeiten auf dem Rechner zu laden.

Im Rahmen des Experiments werden mich viele heterogene Themen beschäftigen. Themen, die sich mit einem konkreten Software-Tool oder Sprache (HTML, PHP) beschäftigen, werde ich ausschließlich direkt am Desktop/Laptop durcharbeiten, um Dinge direkt und konkret ausprobieren bzw. Üben zu können.

Andere Themen wie allgemeine Einführungen (CMS-Grundlagen) oder Design-Themen müssen dagegen nicht direkt am Rechner durchgearbeitet werden, diese werde ich verstärkt unterwegs auf dem iPhone oder iPad anschauen.

Entsprechend werde ich künftig mehrere Trainings parallel bearbeiten, um auch mal den abendlichen Heimweg zu nutzen:

  • Technische Trainings (Software, HTML, CSS, PHP): Durcharbeiten am heimischen PC
  • Allgemein einführende Themen und Design-Themen: Mobiles Durcharbeiten auf iPhone oder iPad.

OneNote werde ich weiterhin zur „Buchführung“ und für Notizen zu den Erkenntnissen aus den Trainings nutzen.

Ich gehe davon aus, dass ich mit der neuen Vorgehensweise in der Lage sein sollte, trotz aller alltäglichen Verpflichtungen das gesteckte Ziel von mindestens 15 Minuten pro Tag einhalten kann – notfalls müssen halt die Wegezeiten auch dafür genutzt werden.

Und so geht die Artikelserie weiter

Mit dem einleitenden Artikel aus der letzten Woche und dem heutigen Beitrag sind die Rahmenbedingungen und der Inhalt des Experiments hinlänglich beschrieben – damit werdet Ihr von nun von allgemeinen Ausführungen verschont. Im nächsten Beitrag geht es dann konkret um die Wahl der Trainings für den Einstieg, die Auflistung der relevanten Themen für die nächsten Schritte und die ersten inhaltlichen Eindrück zu den Trainings, die ich für den Start ausgewählt habe.

Ich hoffe, der eine oder andere wird auch die kommenden Artikel verfolgen.

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